Ein Schloss im Grünen

Das hoheitsvolle Schloss mit den ausgestreckten Flügeln lässt an die Residenz eines französischen Königs denken. Die Besucher aus aller Welt sind so¬gleich von dem zweigeschossigen Festsaal, dem Stei¬nernen Saal, fasziniert. Man sieht es sofort: Er ist ein Höhepunkt des Rokokos. Johann Baptist Zimmer¬mann führte bei der Ausstattung (1755/57) Regie. Strahlender Sonnenschein dringt durch sechs raumho¬he Fensterbahnen und durchtränkt den Saal mit Licht. Den bayerischen Götterhimmel, den prachtvolle Stuckaturen wie Girlanden umrahmen, beleben die Götter Griechenlands: Apoll auf dem Sonnenwagen und Nymphen huldigen Flora, ihrer Göttin. Auf den von Stuckrahmen schwungvoll umfassten Wandmale-reien begegnen sich mythologische Paare in enger menschlicher Vertrautheit. Hier war jeder Herrscher-tag ein Festtag.
Man findet jedoch noch Raumfolgen aus der Zeit der ersten Kurfürstin vor: vier Suiten für den Gatten nach Norden und gegenüberliegend vier Suiten für die Gat-tin. Im Nordflügel entdecken wir eine originale Barockdecke. Landschaftsdarstellungen schmücken die Wände. Neugier weckt Ludwigs I. Schönheitsgalerie im Nordflügel. Der Hofmaler Joseph Stieler schuf 36 Porträts von Frauen aller Stände, die hier zusammen präsentiert sind. Wer ist die Schönste im ganzen Land? Ist es die sanfte 18-jährige Schusterstocher Helene Sedlmayer aus Trostberg, die, von Majestät geschwängert, rasch mit einem Lakaien verehelicht wurde ? Oder die dunkle Tänzerin Lola Montez, die, vom aufgebrachten Kabinett außer Landes gewiesen, den König schließlich doch die Krone kostete?
In einem Zimmer mit Aussicht zum Park erblickte der spätere Ludwig II. am 25. August 1845 das Licht der Welt. So verheißungsvoll der schöne Märchenkönig seine Regierungszeit begann – das Geburtszimme wirkt wegen seines pflichtbewussten Vaters, Maximilian II., und seiner Mutter, Marie von Preußen, eher be- scheiden. In Nymphenburg hat Ludwig, der so spek-takuläre Schöpfungen wie die Ritterburg Neuschwan¬stein hinterließ, übrigens nichts hinzugefügt.
Wie das Schloss, so entwickelten sich auch die Parkan¬lagen nur allmählich zu der Pracht, wie sie heute zu se¬hen ist. Das frühe italienische Parterre der ersten Schlossherrin hat zunächst Max Emanuel großzügig erweitert. Ein von der Würm gespeister Kanal bildete von 1715 an die Mittelachse des barocken Gartens, 1730 folgte sein Pendant zur Stadtseite. Die Erweite¬rung des Schlossparks nach dem Vorbild des engli¬schen Landschaftsgartens geschah 1804-1823 unter Friedrich Ludwig von Sckell. Den Besuchern bieten
sich weite Blicke über das französische Parterre, das die Farbkompositionen der Blumen und Gewächse verschönen. Statuen aus dem Götterreigen des Olymps setzen anmutige Akzente. Orpheus, die Leier im Arm, wendet den Blick zurück …
Dunkles Waldesgrün umschließt den Park. Für lange Spaziergänge sollte man heiteres Wetter wählen. Besu-chergruppen lauschen den Erläuterungen einer Führe¬rin, Jogger drehen ihre Runden, Kinder tollen auf dem Rasen. Alle sind gut gestimmt.

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