In der Welt der Pflanzen

Wie ein Kleinod umschließt der Nymphenburger Park in seinem Nordteil den Botanischen Gar¬ten. Er geht auf das Jahr 1914 zurück und löste damals den Alten Botanischen Garten am Karlsplatz ab.
Von den Gewächshäusern berichtet jeder mit Begeiste¬rung: Bietet nun das märchenhafte Palmenhaus oder das abenteuerliche Dschungelhaus das anregendste be¬ziehungsweise das aufregendste Erlebnis? Der Enthu¬siasmus kennt keine Grenzen, wenn Besucher des Wasserhauses zufällig in eine der Schmetterlingsaus¬stellungen geraten. »Sie fliegen in Massen völlig frei umher und sind so unglaublich exotisch.« Derartige »Liveshows« finden immer wieder im Winter statt. Es gibt auch sommerliche Sensationen, wie etwa die Prä¬sentation von Hexen- und Zauberpflanzen. Andere Schauen widmen sich beispielsweise den Karnivoren, also den von tierischer Nahrung lebenden Pflanzen, oder den Nachtschattengewächsen.
Die gesamte Anlage der Gewächshäuser, die in einem Dutzend Häusern aufgefächert ist, besitzt 6000 Pflan¬zenarten und ist damit eine der artenreichsten in Euro¬pa. Nicht zu vergessen sind zudem die Partikularanla¬gen, wie der im Sommer so großartige Rosengarten. Der Rosengarten führt den poetischen Namen »La vie en rose«. Ein Tipp für den Frühsommer: der blühende Rhododendrenhain mit seinen 150 Arten. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass geübte Spaziergänger
den Botanischen Garten mit seinem Gesamtareal von 20 Hektar am besten nutzen können. Einer der schöns¬ten Pfade führt von den Rhododendren im Süden nach Westen durch die Farnschlucht zum Großen Teich mit dem angrenzenden Alpinum, das die Bergflora aus der ganzen Welt präsentiert. Dahinter folgt der Moor- und Heidegarten, der sogar Gewächse der Steppe wie auch der Arktis und der Meeresdünen aufweist. Hier schließt sich die Sektion Nadelhölzer des umfangrei¬chen Arboretums an, mit den Laubhölzern im Süden und den Nadelhölzern im Norden.
Danach mag man sich abschließend dem Schmuckhof mit seinen »Wechselausstellungen« an jahreszeitlichen Blumen und Ziergewächsen widmen, den Majoliken von Josef Wackerle (1914) aus der Porzellanmanufak¬tur herausputzen. Der Schmuckhof gedeiht im Rücken des Hauptgebäudes mit den Botanischen Universitäts¬instituten und der Botanischen Staatssammlung.
Der Haupteingang befindet sich in der Menzinger Straße 65. Tram 17 »Schloss Nymphenburg«. Durch den Nymphenburger Park ist er über die Südkasse zu¬gängig. Öffnungszeiten: April – 15. Oktober 9-18 Uhr, 16. Oktober – März 10-16 Uhr, täglich geöffnet.

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Zwei Nymphenburger Museen

Nymphenburg wartet mit zwei einzigartigen Mu¬seen auf. Im Marstallmuseum des Südflügels glaubt man alles zu sehen, was Rösser einst in Bewe¬gung setzten. Als Prunkstück imponiert der Krö¬nungswagen Karl Albrechts, in Paris für die Kaiser¬
krönung gebaut. Der Rokokoschlitten des Hofbild¬hauers Straub ist ein wahres Kunstwerk. Während der Nymphenschlitten von Ludwig II. bei seinen Anhän¬gern Vorstellungen von einsamen Nachtfahrten wach¬ruft. Pferdeporträts und Zubehör jeder Art runden das Bild ab.
Das Porzellanmuseum, gleich über dem Marstall, bie¬tet mit 1200 Objekten einen Überblick über die könig¬liche Marke »Nymphenburger Porzellan«. Das Spekt¬rum reicht vom Rokoko bis zum Jugendstil. Den frühen Höhepunkt bilden Franz Anton Bustellis Figu¬ren der Commedia dell’Arte. Liebliche wie auch pa¬thetische Modelle schuf Dominikus Auliczek. Das Prunkgeschirr mit amourösen Szenen ist vielen Be¬trachtern eine Augenweide.
Die Nymphenburger Porzellanmanufaktur wurde 1747 gegründet. An die höfische Zeit erinnern vor al¬lem Auliczeks künstlerische Porträts von Angehörigen der Wittelsbacher Familie und feine Kopien berühmter Gemälde der Pinakothek.

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Standesgemäßer Rahmen für Feste – und Buße

Venezianische Gondeln fuhren einst auf dem Kanal.
Wer dieser Wasserstraße folgt, sollte rechts zum Pagodensee abzweigen. Im See spiegelt sich die zierli¬
che Pagodenburg. Das Schlösschen, von Joseph Effner 1719 erbaut, diente ausschließlich amourösen Treffen. Außen französisch, innen luxuriös orientalisch – eu¬ropäisch gibt sich allein das Salettl mit seinen holländi¬schen Fayencekacheln. Zurück zum Mittelkanal und weiter westwärts erreichen wir am Kanalende die Kas¬kade mit Götterfiguren (1717) in der Marmorfassung von Cuvillies (1771). Der östliche Rückweg zum Ba¬denburger See führt vorbei am Monopteros, den Leo von Klenze 1862 für Ludwig II. errichtet hat. Am ge¬genüberliegenden Ufer ist die reizvolle Badenburg zu sehen. Max Emanuels Oberbaumeister Effner schuf sie von 1718 bis 1721. Zur Luxusausstattung gehörten Deckenfresken mit Göttern und Nymphen, mytholo¬gische Stuckfiguren und – eine Heizung. Denn, wie der Name schon andeutet: Hier wurde gebadet. Der Kur¬fürst, als Frauenheld berüchtigt, vergnügte sich in der Badenburg mit seinen Favoritinnen bei leiser Musik.
Doch gelegentlich, so heißt es, soll er auch seiner Ge¬mahlin, Anna Maria von Österreich, die Ehre des Ba¬defestes zu zweit gewährt haben.
Den Wasserlauf entlang zurück nach Osten gelangen wir zur Amalienburg. Cuvillies gelang 1734 bis 1739 dieses kleine »Wunder«. Man glaubt, eine Arie Mo¬zarts zu hören: »… o gioia bella.« Das Jagdschlösschen ist ein anmutig gestreckter Bau, mit klassischem Gie¬bel und einem Dachkrönchen. Der kreisrunden Mitte mit dem Spiegelsaal schmiegen sich zwei rechteckige Flügel mit kleinen Räumen an. Die Enfilade der Räu¬me beginnt gleich nach dem Entree mit – und das ist wohl einmalig – einem Hundezimmer: Ringsum führ¬ten Schlupflöcher in die Behausungen der vierbeinigen Jagdbegleiter. Kurfürstin Amalie, eine Kaiserstochter, ging in »grüner Mannskleidung« auf die Jagd. Und wenn diese durch Wälder und Wiesen führte, watete die Kurfürstin bis an die Knie im Morast. Das Jagd-Schlösschen ist daher der Jagdgöttin Diana gewidmet. Der Spiegelsaal in Blau und Silber (dem Metall des Mondes) stellt ein Nonplusultra der Raumkunst des Rokokos dar. Den Stuck modellierte Johann Baptist Zimmermann, die Schnitzarbeiten führte Joachim Dietrich aus. Dem Spiegel wird seit alters Magie zuge¬schrieben. »Was seh ich? Welch himmlisch Bild zeigt sich in diesem Zauberspiegel?«, fragt Faust in der He¬xenküche. Und einen vergleichbaren magischen Ein¬druck erweckt der Amalienburger Spiegelsaal mit sei¬nen zahllosen dekorativ gefassten Spiegeln. Das reichte allemal für einen »Kick«, einen Sinnenrausch. Das höchste Lob der Rokokozeit war »curios«, im Sinne von »noch nie gesehen«. Und das finden die Besucher auch heute, wenn sie »super!« rufen.
Jagdzimmer, Fasanenzimmer, Gelbes Zimmer und Blaues Kabinett – zum Abschluss der Raumfolge ge¬langt man in eine puppenstubenhafte, doch handfeste Küche, deren Wände ganz und gar mit holländischen Fließen verkleidet sind. Hier hat die Fürstin auch selbst zum Kochlöffel gegriffen. Steht man wieder auf der Terrasse, ist man gewärtig, dass das Portal unter der ruhenden Diana aufschwingt, und eine galante Gesell¬schaft in Rokokokostümen wie von einem Gemälde von Antoine Watteau tänzelt die Freitreppe herunter. Auf dem Rückweg zum Hauptschloss passieren wir ei¬nen abgezäunten Minipark mit Teich und Blockhaus: Hier spielten die kleinen Prinzessinnen und Prinzen ihre kindlichen Abenteuer. Auf dem Weiher manövrie¬ren Schwäne wie Segelschiffe. Die drei Lustschlöss-chen forderten ein Antithema heraus. Kurfürst Max Emanuel, der Türken- und Frauenheld, geboren 1660, ließ sich in reumütiger Stunde eine Einsiedlergrotte bauen. Diese Klause ist in dem Gehölz nördlich des Gartenparterres zu finden. Hier gedachte der »Blaue Kurfürst« zu meditieren und zu Maria Magdalena zu beten, der Patronin aller Büßer. Die Grotte ist aus Tuff¬stein, Muscheln und Kieseln gemauert. Die Frage, ob der betagte Herrscher sich bei dem schönen Anblick der Büßerin hätte kasteien mögen, hat sich nie gestellt. Als man die Grotte 1728 weihte, war Max Emanuel schon seit zwei Jahren verschieden.

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Ein Schloss im Grünen

Das hoheitsvolle Schloss mit den ausgestreckten Flügeln lässt an die Residenz eines französischen Königs denken. Die Besucher aus aller Welt sind so¬gleich von dem zweigeschossigen Festsaal, dem Stei¬nernen Saal, fasziniert. Man sieht es sofort: Er ist ein Höhepunkt des Rokokos. Johann Baptist Zimmer¬mann führte bei der Ausstattung (1755/57) Regie. Strahlender Sonnenschein dringt durch sechs raumho¬he Fensterbahnen und durchtränkt den Saal mit Licht. Den bayerischen Götterhimmel, den prachtvolle Stuckaturen wie Girlanden umrahmen, beleben die Götter Griechenlands: Apoll auf dem Sonnenwagen und Nymphen huldigen Flora, ihrer Göttin. Auf den von Stuckrahmen schwungvoll umfassten Wandmale-reien begegnen sich mythologische Paare in enger menschlicher Vertrautheit. Hier war jeder Herrscher-tag ein Festtag.
Man findet jedoch noch Raumfolgen aus der Zeit der ersten Kurfürstin vor: vier Suiten für den Gatten nach Norden und gegenüberliegend vier Suiten für die Gat-tin. Im Nordflügel entdecken wir eine originale Barockdecke. Landschaftsdarstellungen schmücken die Wände. Neugier weckt Ludwigs I. Schönheitsgalerie im Nordflügel. Der Hofmaler Joseph Stieler schuf 36 Porträts von Frauen aller Stände, die hier zusammen präsentiert sind. Wer ist die Schönste im ganzen Land? Ist es die sanfte 18-jährige Schusterstocher Helene Sedlmayer aus Trostberg, die, von Majestät geschwängert, rasch mit einem Lakaien verehelicht wurde ? Oder die dunkle Tänzerin Lola Montez, die, vom aufgebrachten Kabinett außer Landes gewiesen, den König schließlich doch die Krone kostete?
In einem Zimmer mit Aussicht zum Park erblickte der spätere Ludwig II. am 25. August 1845 das Licht der Welt. So verheißungsvoll der schöne Märchenkönig seine Regierungszeit begann – das Geburtszimme wirkt wegen seines pflichtbewussten Vaters, Maximilian II., und seiner Mutter, Marie von Preußen, eher be- scheiden. In Nymphenburg hat Ludwig, der so spek-takuläre Schöpfungen wie die Ritterburg Neuschwan¬stein hinterließ, übrigens nichts hinzugefügt.
Wie das Schloss, so entwickelten sich auch die Parkan¬lagen nur allmählich zu der Pracht, wie sie heute zu se¬hen ist. Das frühe italienische Parterre der ersten Schlossherrin hat zunächst Max Emanuel großzügig erweitert. Ein von der Würm gespeister Kanal bildete von 1715 an die Mittelachse des barocken Gartens, 1730 folgte sein Pendant zur Stadtseite. Die Erweite¬rung des Schlossparks nach dem Vorbild des engli¬schen Landschaftsgartens geschah 1804-1823 unter Friedrich Ludwig von Sckell. Den Besuchern bieten
sich weite Blicke über das französische Parterre, das die Farbkompositionen der Blumen und Gewächse verschönen. Statuen aus dem Götterreigen des Olymps setzen anmutige Akzente. Orpheus, die Leier im Arm, wendet den Blick zurück …
Dunkles Waldesgrün umschließt den Park. Für lange Spaziergänge sollte man heiteres Wetter wählen. Besu-chergruppen lauschen den Erläuterungen einer Führe¬rin, Jogger drehen ihre Runden, Kinder tollen auf dem Rasen. Alle sind gut gestimmt.

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Eine noble Dankesgabe

Der Mittelbau des heutigen Schlosses war zunächst nur das Landhaus Kemnat zwischen Neuhausen und Obermenzing. Nach der Theatinerkirche sollte es das zweite Präsent des Kurfürsten Ferdinand Maria an seine junge Gemahlin Henriette Adelaide sein, zum Dank für die Geburt des Thronfolgers Max Emanuel 1662. Aus dem Landhaus formte Agostino Barelli ein würfelförmiges Schlösschen, das die Savoyerin Castel- lo delle Ninfe taufte, Nymphenburg. Der Name deu¬tet an, dass es als großzügiger Sommersitz gedacht war, davon zeugen schon die Pläne für den Steinernen Saal. Aber nach dem Tod der Schlossherrin (1676) legte man die Arbeit daran nieder.
Max Emanuel und nachfolgende Herrscher erweiter¬ten jedoch das Schlösschen und bereicherten die ge¬samte Anlage. 1702 setzte die zweite Bauphase ein. An¬tonio Viscardi fügte zu beiden Seiten Galerien über Arkaden an, die in Pavillons abschließen. Der Spani¬sche Erbfolgekrieg unterbrach die Arbeit. Nach der Rückkehr des Kurfürsten erhielt Nymphenburg ab 1715 durch den in Paris ausgebildeten Joseph Effner französische Akzente. Den Mittelbau mit der Freitrep¬pe gestaltete man neu, auch fügte man zwei quadratische Höfe hinzu, im Norden mit der Orangerie, im Sü-den mit dem Marstall. Noch ehrgeiziger waren die Plä¬ne Karl Albrechts (1697-1745), der hier eine kaiserli¬che »Carlstadt« errichten wollte.

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Der Englische Garten, das Paradies der Stadt

Wer durch diese englische Parklandschaft wandert, erhält viele Eindrücke. Manche bleiben unver¬gesslich. Etwa der Chinesische Turm im ersten Schnee, dessen Weiß Tische, Gartenstühle sowie die Dach¬schrägen des exotischen Bauwerks bedeckt und den Platz mit den angrenzenden Bäumen und Büschen ins Unwirkliche rückt. Oder wenn goldenes Sonnenlicht und die Laubkuppel blühender Kastanien das Bild be¬leben. Frauen, Männer und Kinder in Sommerklei¬dung sitzen mit Gläsern voll leuchtender Getränke an den Tischen, dazu Brotzeitkörbe, Hendl, Speisen jeder erdenklichen Art. Wo kommen all die Menschen her? Sie wandern auf den Parkwegen heran. Eine Pferde-droschke entlässt ihre Passagiere, dann eine Fahrrad¬rikscha. Fröhliches babylonisches Stimmengewirr er¬füllt die Luft. Das kleine Kinderkarussell dudelt seine Weisen. Dazu schaukeln die Glocken an den Traufen des Chinesenturms. Wenn am Abend die Lampen aus den Etagen der Pagode scheinen, wirkt sie wie ein Leuchtturm, ein Positionslicht, das den Suchenden, die einsam sind oder nur durstig, den Weg weist.
Wieder ein anderes Bild: ein früher sonniger Maimor¬gen. Junge Mädchen fahren mit ihren Rädern, von Schwabing kommend, über die Sandwege, die noch vom Tau bedeckt sind. Sie passieren den Monopteros. Ihre frischen Stimmen dringen herüber. Wenn sie dann die Brücke des Eisbachs beim Himmelreich überquert haben, sind sie gleich in der Seeaustraße in ihrer Schu¬le. In der Hitze des Sommers kühlen die Nackedeis im Eisbach ihre Haut. Der Föhnhimmel ist so blau wie in bella Italia. Der Eisverkäufer trällert leise Verdi und Puccini und ruft zwischendurch seine Offerten aus: cioccolata! limone! stracciatella! Mütter bilden mit ihren Kleinkindern Inseln des Glücks. Rentner sind unterwegs mit ihrem treuen Hund. Auf einer Bank sit¬zen vier junge Leute – zwei Frauen, zwei Männer – mit Sektflaschen und Gläsern. Man hört, es sind Kollegen, die etwas zu feiern haben. Die unendlich erscheinende Wiese schlägt leichte Wellen wie ein See, in den Wel¬lentälern finden sich Liebespaare. Aber die sieht man nicht.
Der Monopteros, von Leo von Klenze erbaut, ist ein eleganter Rundtempel mit neun langen ionischen Säu¬len, die ein Kuppeldach tragen. Er steht auf einem klei¬nen Kegelberg über der weiten Rasenebene. Von hier genießt man den Königsblick über den dunklen Wald¬streifen hinweg auf die Turmsilhouette der Residenz¬stadt. Der Hang des Monopteros ist bei Sonnenanbe¬tern ebenso beliebt wie bei den kleinen Rodlern im Winter.
Der Englische Garten entstand nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsparks, dem demokratischen Gegenstück zum Kunstgarten der Renaissance und des Barocks. Kurfürst Karl Theodor gab die Anlage in Auftrag. Es war im Jahr 1789. In Frankreich brach die Revolution aus, und die Bayern sollten natürlich nicht seine Krone geschenkt bekommen – aber doch einen Volkspark, in dem alle Stände sich ergehen durften. Der Amerikaner Benjamin Thompson, Karl Theodors Kriegsminister, griff als Demokrat den Gedanken auf und begann mit der Planung. Als Areal diente ein ver¬sumpftes Jagdgebiet, das fast an den Hofgarten stieß. Die Konzeption ersann Friedrich Ludwig von Sckell. Die ersten Arbeiten dauerten bis 1808. Die Komposi¬tion enthält eine Reihe von natürlichen Elementen: ei¬nen Wasserfall, Bachläufe, Seen, Inselchen, Wiesen, Baumgruppen, Haine und Wäldchen. Dazu einige Bauwerke: Brücken, das Japanische Teehaus, den Mo- nopteros, den berühmten Chinesischen Turm mit Ökonomie, Gasthaus und Biergarten sowie am Klein¬hesseloher See ein Gasthaus mit hübschem Biergarten und Bootsverleih.
Reizvoll liegt im Wald ein englisches Offizierkasino, das Rumfordhaus, benannt nach dem zum Grafen Rumford erhobenen Benjamin Thomson.
Der Englische Garten ist mit 372 Hektar eine der grö߬ten innerstädtischen Parkanlagen. Er ist zwischen Schwabing und der Isar rund einen Kilometer breit und erstreckt sich von der Prinzregentenstraße etwa fünf Kilometer nach Norden. Dort geht er jenseits der Hirschau in das Naturschutzgebiet der Isarauen über.

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Kathedrale des Lichts

Die Pinakothek der Moderne nimmt seit 2002 die Sammlungen des Freistaats auf. Hier zogen die Staatsgalerie Moderner Kunst ein, die Staatliche Gra¬phiksammlung, die Neue Sammlung für Design sowie das Architekturmuseum. Das strahlend helle Bauwerk mit einer 24,5 Meter hohen überkuppelten Halle hat Stephan Braunfels geschaffen. Das Museum mit insge¬samt 12 000 Quadratmetern macht großzügige Präsen¬tationen einer Vielzahl an Kunstwerken möglich. Jetzt erst wird deutlich, wie stark die Kollektionen gewach¬sen sind. 1945 besaß die Sammlung zur Malerei, Plastik und den Neuen Medien nur ganze sechs repräsentative Werke. Durch Stiftungen und Vermächtnisse erhielt sie in den vergangenen Jahrzehnten den Rang einer inter¬national führenden Museumssammlung. Von den nun 3000 Objekten sind etwa 350 ausgestellt. Die Graphi¬sche Sammlung zeigt rund 100 Blätter, das Architek¬turmuseum etwa 380 Exponate, von der Neuen Samm¬lung für Design und angewandte Kunst sind einige 1000 Kreationen zu sehen. Die Rotunde ist Ausgangs¬punkt für alle Museumsrundgänge. Bleiben wir bei der Malerei: Der Westflügel präsentiert die Klassische Mo¬derne, der Ostflügel die Gegenwartskunst ab 1960. Die aktuellsten Kunstproduktionen erscheinen in Wech¬selausstellungen. Uber einer breiten Treppe erhebt sich Olaf Metzels bunte Großplastik »Reise nach Jerusa¬lem« (2002). Der Gang durch die Klassische Moderne
führt zunächst zu Francis Bacons Triptychon »Kreuzi¬gung« (1965) auf der Galerie. Das Kardinalwerk unse¬rer Tage zeigt, was Menschen Menschen antun können. Es folgen Gemälde der »Brücke«, des »Blauen Reiter«, der Expressivität – Neuen Sachlichkeit, des Surrealis¬mus, Werke von Picasso, Baselitz, Beuys, Warhol, Richter und Rauschenberg. Ernst Ludwig Kirchner und Max Beckmann erhielten dankenswerterweise ei¬gene Räume. Die von Jeff Walls inszenierten absurden Alltagshandlungen erscheinen als Großdias in Leucht¬kästen. Zur Sektion Design schreitet man einige Stufen hinunter: Auf einer riesigen strahlenden Schauwand erscheinen frei gestellte Objekte wie hypermoderne, geschliffene Skulpturen. In der Nebenhalle sind Auto¬kreationen wie Schöpfungen einer fernen Zukunft aus¬gestellt, etwa Hans Ledwinkas »Tatra 87« von 1937 aus der Tschechei. Darüber ein Flugobjekt wie ein Raum¬fahrzeug.
Der Museumsshop bietet handverlesene Designobjek¬te an. Sie sind ideale Geschenke oder Souvenirs. (Pina¬kothek der Moderne, Barer Straße 40, 80333 München) In der Kaulbachstraße 91 saß die Redaktion der poli¬tisch-satirischen Wochenschrift »Simplicissimus«, ge¬gründet 1896. Sie war ein Sammelpunkt der aufmüpfi¬gen Schreiber und Karikaturisten. Um einige illustre Namen zu nennen: Thomas Mann fungierte um 1899 hier als Redakteur (er spielte sogar eine Rolle in Ibsens »Wildente«, die Ernst von Wolzogen zur Urauf¬führung brachte). Alfred Kubin steuerte fantastische Federzeichnungen bei. Th. Th. Heine, Olaf Gulbrand- son, Alexander Roda Roda waren mit dabei. Ödön von Horvath schrieb für das Blatt seine ersten Texte. Sein Stück »Das Buch der Tänze« wurde im Steinicke-Saal gelesen, einem Zentrum für neues Theater in der Adal¬bertstraße 15. Ein Brennpunkt der Geister war das »Cafe Stefanie«, Ecke Amalien-/Theresienstraße, iro¬nisch »Cafe Größenwahn« genannt. Zu den Stamm¬gästen zählten Bert Brecht, Erich Mühsam, Klabund. Es heißt, Mühsam, der eine Zeitschrift namens »Kain« herausgab, habe seine Artikel hier am Cafe-Tisch ge¬schrieben. Der Augsburger Medizinstudent Brecht, der übrigens 1919 an Karl Valentins Theater mitge¬wirkt hat, schnellte mit dem Stück »Trommeln in der Nacht« an den Münchner Kammerspielen aus dem Stand zum Ruhm. »Bürgerschrecktheater« nannte man das, doch es war eher Zeugnis einer tiefen Verletztheit, die er im Krieg als Sanitätssoldat erfahren, hatte. Zwi¬schen ihm und Arnolt Bronnen, dessen Stück »Vater¬mord« 1921 aufgeführt wurde, entwickelte sich eine Freundschaft.
Die Idee, dass Kulturen wie lebende Organismen auf- blühen und vergehen, entwickelte Oswald Spengler in der Agnesstraße 54. Sein philosophisches Werk »Der Untergang des Abendlandes« löste zwischen den Welt¬kriegen ein nachhaltiges Echo aus.
Die große Politik nistete sich klammheimlich ein. In der Kaiserstraße 46 wie in der Siegfriedstraße 14 ver¬fasste Lenin seine revolutionäre Schrift »Was tun?«. Eine brenzlige Frage, die Antwort gab die Geschichte. Der spätere »Führer« soll nur am Rande erwähnt wer¬den. Auch er und einige seiner Mannen waren mal hier, mal dort ansässig. Lion Feuchtwanger schrieb in der Georgenstraße mit seinem brisanten dokumentari¬schen Roman »Erfolg« über das aufkommende NS- Regime der Bürgerschaft eine bittere Abrechnung.

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Schwabings ruhmvolle Tage

Schwabing war eine geistige Insel in der großen Welt, in Deutschland, meistens in München selbst«, er¬klärte Wassily Kandinsky. »Dort lebte ich lange Jahre. Dort habe ich das erste abstrakte Bild gemalt. Dort trug ich mich mit Gedanken über >reine< Malerei he¬rum.« Der Russe, ein Mitbegründer des »Blauen Rei¬ter«, ist ein Paradebeispiel für viele Künstler, Literaten und Intellektuelle, die sich in Schwabing, diesem bayerischen Montmartre, mit großen Gedanken he¬rumtrugen. Er begegnete einer Künstlerin, die sich ebenfalls auf der Suche nach einem Neubeginn befand. Folglich verbrachten Wassily Kandinsky und Gabriele Münter im Hinterhaus der Ainmillerstraße 36 ihre ers-te glückliche Zeit miteinander. Paul Klee, ein anderer »Blauer Reiter«, schuf im damals ramponierten Werneckschlösschen schon seine fantasievollen Grafi¬ken und Bilder, bis er wieder woanders hinzog. So be¬wohnte er auch zeitweise einen »Mieterkäfig« in der Ainmillerstraße 32. Er lernte die Münchner Pianistin Lily Stumpf kennen, die er später heiratete. Zu Alfred Kubin bahnte sich in jener Zeit eine wertvolle Freund¬schaft an. Das Schwabing der großen Zeit begann mit dem Umbruch vom 19. zum 20. Jahrhundert und klang Ende der 1920er-Jahre aus. Es ist das Schwabing der großen Namen.
Bei Spaziergängen stößt man auf Adressen, und man wundert sich. In der Giselastraße soll der junge Tho¬mas Mann mit seinem Radi als Untermieter gehaust haben. Er schrieb noch an den »Buddenbrooks«. Rilke wohnte übrigens einmal in der Ainmillerstraße 34, aber auch in der Keferstraße. Lou Andreas-Salome be¬suchte 1896 München und stieg in der Schellingstraße ab. Wegen ihres Nietzschebuches war sie schon be¬kannt. Rainer Maria Rilke suchte ihre Nähe und konn¬te sie zur Geliebten gewinnen. Franz Marc besaß früh ein Atelier im Gartenhaus der Kaulbachstraße 68. Ob der Maler seine Nachbarin, Franziska Gräfin zu Re-ventlow, die auf Nummer 63 wohnte, kennen lernte, ist nicht erwiesen. Aber die gescheite Schriftstellerin kannte tout Schwabing. Zum Beispiel den Stefan-Ge- orge-Kreis in der Römerstraße. Den Dichter, der sich erhaben mit Jüngern umgab, taufte sie Weihenstefan (was im damaligen bayerischen Wortschatz etwas sehr anrüchig Duftendes beschrieb). Die Reventlow, übri¬gens wie Thomas Mann ein Kind der Hansestadt Lü¬beck, prägte für Schwabing das lange haftende Schmähwort »Wahnmoching« – eine Verschmelzung von »Wahnfried« und »Feldmoching«. Das Kunstwort verdeutlicht den Zusammenklang von Großmanns¬sucht und Provinzialität, wie es das »schönste Mädchen Schwabings« wohl hier empfand.

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Rund um den Wedekindplatz

Die Leopoldstraße gabelt sich an der Münchner Freiheit. Der Platz sollte einst ein Ruhepol für Bürger werden – die Schachecke dokumentiert diese freundliche Absicht. Doch heute ist er in erster Linie ein Verkehrsknotenpunkt.
Ein Wort zum denkwürdigen Namen. Welche Freiheit ist gemeint? Keine geringere als die vom Faschismus. In den letzten Kriegstagen, am 28. April 1945, besetz¬te eine Gruppe von Soldaten unter Hauptmann Rupp- recht Gernegroß zwei Sender und rief zum Sturz der Nazis auf. Diese »Freiheitsaktion Bayern« wollte wei¬tere Kriegsopfer verhindern. Wehrmacht und SS über¬wältigten rasch die Widerstandskämpfer: 40 von ihnen mussten sterben, der Hauptmann konnte sich retten.
Schon zwei Tage später rückten US-Truppen ein. Weiße Fahnen wehten über der Trümmerstadt. Mit dem Namen des Platzes will man an die mutigen Frei¬heitskämpfer erinnern.
Der Passantenstrom schwenkt von hier in die Fei- litzschstraße mit dem Wedekindplatz und der Occam- straße. Das war einmal ein heißes Bermuda-Dreieck. Doch von Amüsiermeile zu sprechen, war gewiss zu allen Zeiten geprahlt. Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft ist indes mit ihren Stars noch immer der Knaller, mal mit Dieter Hildebrandt oder Lisa Fitz, öfter nun mit dem Ensemble um Michael Altinger (Ecke Haimhauser-/Ursulastraße).
Besinnliche Stadtwanderer mag es in die Werneck¬straße führen. Gleich zu Beginn versperren Garten¬mauern die Sicht, aber durchs Tor erspäht man das ver¬träumte Werneckschlösschen (1715-1761 von J. B. Gunezrainer erbaut). Es heißt, vor sehr langer Zeit hät¬ten sich Liebende zwischen hier und dem Schloss Nymphenburg Lichtzeichen gegeben. Man stelle sich vor: das weite Land, die große Entfernung – und die unendliche Liebe. Heute tagt hier die Katholische Akademie. Der Werneckstraße möchte man Verspon- nenheit attestieren. Man hält auf Privatsphäre. Hier gibt es noch Mauern mit sicheren Pforten. Ein Sonder¬beispiel mag das Verbindungshaus mit dem burgarti¬gen Portal sein. Ein Kantus dringt auf die Straße. Nein, es sind keine Korpsbrüder, die da singen. Man hört ei¬nen salbungsvollen Opernchor. Vielleicht vom DVD- Player.
Ein herrschaftliches Anwesen befindet sich am be¬nachbarten Nikolaiplatz: die Seidlvilla mit einer sehr anmutigen, von Blumen umrankten Gartenterrasse. Wir erfahren, dass eine Schwabinger Bürgerinitiative die Idylle vorm Untergang gerettet hat. Die Villa mit Nebengebäuden, 1905 von Emanuel von Seidl erbaut, sollte einem Hotelkomplex weichen. Kurz: Das An¬wesen blieb als »Insel in dem von Wirtschaft und Tou¬rismus« bedrängten Schwabing erhalten. Seit 1991 en¬gagiert sich das »Bürgerzentrum Seidlvilla« für eine soziale und kulturelle Nutzung. Das Programm weist Vorträge wie Sitzungen auf, etwa von humanitären Ar¬beitsgruppen, Terre des Hommes sei genannt. Und der Seniorenchor probt hier, die Philosophen philosophie¬ren, Dichter deklamieren Gedichte. Im eigenen Cafe gibt es Bridgenachmittage und man feiert Bürgerfeste. Die Gäste stammen wohl auch aus solch idyllischen Winkeln wie der Seestraße, Mandlstraße, Keferstraße. Der Maibaum steht wie ein Fels in der Brandung. Er steht neben dem Traditionsgasthaus »Seerose«. Genau gesagt, neben dem so genannten Viereckhof, den ein Bauer Ende des 13. Jahrhundert hier an der Grenze zu den Isarauen errichtete. Den Namen erhielt das Anwe¬sen nach einem Besitzer Viereck, der den Hof um 1635 bewirtschaftete. Das war während der Regentschaft Maximilians I. Der Dreißigjährige Krieg drang bis nach München herein. Schwedische Reiter raubten den Bauern das Vieh von der Weide. Aber der Viereckhof überlebte bis heute. Er bezeugt ein Stück Schwabinger Dorfgeschichte dort, wo sonst nichts mehr so bleiben konnte, wie es einmal war.
Man denkt mit Sympathie an all die jungen Menschen, die nach Schwabing kamen und kommen, um hier eine Zukunft zu finden. Die laufenden Bilder von Edgar Reitz überspielen die Erinnerung. Hier drehte der Re¬gisseur etliche Szenen seines Films »Zweite Heimat«.

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Schwabings Boulevard: die Leopoldstraße

Die doppelbahnige Straße ist breit. Und die Allee¬pappeln sind hoch. Sie ersetzen die toskanischen Zypressen, die hier nicht gedeihen würden. Aber die Pappeln zaubern einen Hauch Italien herbei. So soll es sein. Die Leopoldstraße, benannt nach Maximilian Jo¬seph Arnulf Leopold, dem zweiten Sohn des Prinzre¬genten Luitpold, ist die Weiterführung der Ludwig¬straße als »Fürstenweg« von der Residenz zum Schloss Schleißheim. Die Schwabinger kümmert das alles we¬nig. Für sie ist die Leopoldstraße die Hauptachse ihrer Welt. Man bummelt und macht seine Besorgungen. Und je nach Jahreszeit oder Sonnenschein, sitzt man an einem Tischchen auf dem Bürgersteig und spannt aus. Wer kommt, wer geht? Natürlich sind die Frauen jung, sehr schön und schick. Und die Männer erfolgreich und lässig. (Beides entspricht hier dem Weltbild.) Bei schlechtem Wetter trifft man sich im Stammcafe oder im Restaurant. Das klingt sehr alltäglich. Ist es aber nicht: Die Stimmung macht den Unterschied. Sie ist hier ganz anders als in anderen Straßen Münchens, ja, m der Welt.
Aber nirgendwo bleibt die Welt auf Dauer glücklich. Die Veränderungen drängen sich auch hier ins Straßen¬bild. Die stolzen Bürgerburgen der Prinzregentenzeit mussten spiegelnden Verwaltungsfronten weichen. Vor einer steht in Geherpose ein riesiger Mann – Jo¬nathan Borofskys »Walking Man«. Quo vadis? Wohin geht hier die neue Zeit? In einem langen Gedächtnis spukt noch der Name »Cafe Elite«. Das gab es in jenen frühen Jahren, als hier die Schamonis und andere Jung¬filmer verkehrten. Doch das »Cafe Extrablatt« … so lange ist es noch gar nicht vorbei. Hier konnte man früher Heiner Lauterbach allein am Tisch lächeln se¬hen. Oder war es sein Double? Man weicht auf Alter-nativen aus. Da ist etwa die angesagte »Bar Zest« in der Adalbertstraße 23, in der sich nun vor allem die Film-leute treffen.
Zu Beginn der Leopoldstraße stoßen linkerhand Fa¬kultätsbauten an den Gehweg. Wer Schickes sucht, sollte später in die Hohenzollernstraße einbiegen. Auf¬fällig sind die vielen Backshops. Man lässt sich eine heiße Minipizza über den Tresen reichen. Erwähnung verdienen die noch erhaltenen weiß-blauen Wirtshaus¬bastionen — wie das »Bachmaier-Hofbräu« (Nummer 50), dienstbereit bis 3 Uhr in der Früh. Wer einen Blick in die Seitenstraßen wirft, ist überrascht von den brei¬ten, gepflegten Wohnquartieren. Beispiel Ainmiller- straße 22, eine perfekt restaurierte Jugendstilfassade mit altägyptischen Motiven. Apropos Bauschmuck: Die Puttenfriese an dem Wohnhaus Ecke Franz-Jo- seph-Straße/Wilhelmstraße gereichten jedem Schlöss¬chen zur Ehre.
Unter den urbanen Wohnstraßen verdienen besondere Beachtung auch die Römerstraße mit dem an¬schließenden Pündterplatz. Genügend Luft herrscht zwischen den gutbürgerlichen Hausfronten, und im Sommer dringt der Blätterwald bis ins zweite und drit¬te Stockwerk. Wer Ausschau hält, entdeckt hier, wie auch in der Herzogstraße, hoch oben Atelierfenster, die an die künstlerische Tradition Schwabings erin¬nern. Vor der Münchner Freiheit sticht ein bemerkens¬werter Farbfleck ins Auge: Ein Wohnturm, Wohn- und Geschäftshaus zugleich, in kräftigem Ocker erhebt sich an der Ecke Leopold-/Franzstraße. Er verleiht dem Farbeneinerlei einen optimistischen Akzent (1997-1999, Steidle + Partner).

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